Künstliche Intelligenz, Blockchain und Quantencomputing: An der Swiss Digital Finance Conference vom 24. September an der HSLU in Rotkreuz ging es um Technologien, die die Finanzbranche verändern könnten. Hängen geblieben sind uns vor allem Fragen, die weniger mit der nächsten Technologie zu tun haben: Wie schnell kommen gute Ideen in die Anwendung? Welche Annahmen müssen wir dafür überdenken? Und wer trifft die nötigen Entscheidungen?
Vom Reden ins Umsetzen kommen
Damir Bogdan von Quantum Basel sprach über die Chancen des Quantencomputings. Sein Blick auf die Schweiz war zugleich eine Aufforderung: An Wissen und Innovationskraft fehlt es kaum. Schwieriger ist es, Neues zügig in die Praxis zu bringen.
Bogdan verglich ein KI-Modell mit einer Glühbirne in einer Fabrik. Eine neue Glühbirne kann nützlich sein, verändert die Fabrik aber noch nicht. Soll sich grundlegend etwas verbessern, muss man anschauen, wie dort gearbeitet wird: welche Aufgaben es gibt, wie sie zusammenhängen und wer entscheidet. Für Unternehmen heisst das: Wer KI einführt, muss auch die Abläufe prüfen, in die sie passen soll.
Was müssen wir verlernen?
Dr. Ante Plazibat von Finnova brachte einen weiteren Gedanken ein: Lernen allein genügt nicht immer. Manchmal müssen wir alte Annahmen aufgeben. In seinem Referat zeigte er, wie sich die Rolle von Kernbankensystemen verändern könnte, wenn KI-Agenten und Blockchain-Anwendungen mit ihnen zusammenarbeiten.
Ein Beispiel sind die Berechtigungen. Heute nutzt ein KI-Assistent die Rechte der Person, die ihn verwendet. Soll ein Agent künftig selbstständig in ihrem Auftrag handeln, braucht er eine eigene Identität und ein klares Mandat, dazu Regeln für jede einzelne Aktion. Wer darf was veranlassen, und wie lässt sich später nachweisen, dass er dazu berechtigt war?
Wie steuern wir den Zugriff heute?
Diese Fragen stellen sich nicht erst bei autonomen Agenten. Schon wenn ein Assistent Informationen aus bestehenden Systemen abruft, muss klar sein, welche Funktionen er nutzen darf und was dabei protokolliert wird. Unser CEO, Philipp Künsch, zeigte in seinem Referat, wie sich dieser Zugriff über eine Schnittstelle steuern lässt. Am Anfang steht eine konkrete Geschäftsfrage. Aus ihr ergibt sich, welche Informationen gebraucht und welche Funktionen dafür freigegeben werden.
Wie das technisch funktioniert, beschreiben wir im Beitrag „KI mit bestehenden Systemen verbinden“.
Bild: Philipp Künsch an der Swiss Digital Finance Conference 2026: Wie lässt sich der Zugriff von KI auf bestehende Systeme kontrollieren?
Die Verantwortung liebt bei den Unternehmen
Im abschliessenden C-Level-Talk rückte die Organisation in den Vordergrund. Lange Entscheidungswege können die Umsetzung ebenso bremsen wie technische Altlasten. Veränderungen zu beschliessen, genügt zudem nicht: Mitarbeitende müssen verstehen, was sich für ihre Arbeit ändert, und Gelegenheit bekommen, neue Fähigkeiten aufzubauen.
Die Technik ist verfügbar. Wie schnell daraus Anwendungen werden, hängt davon ab, ob Unternehmen ihre Abläufe und Annahmen prüfen und für den Einsatz geradestehen.
KI und Systeme verbinden
Auf welche Daten darf Ihre KI zugreifen?
die datalizard Plattform


