Nicht jedes Risiko kommt von aussen
Fable 5 zeigt, wie ein Zugang durch eine externe Entscheidung wegbrechen kann, ohne dass Anbieter oder Kunde etwas dagegen tun können. Genauso real, nur weniger sichtbar, ist ein zweites Risiko: Der Anbieter legt die Weichen selbst so, dass später kein Weg mehr zurückführt.
Viele grosse On-Premise-Systeme, die Unternehmen seit Jahren im Einsatz haben, stehen gerade vor genau diesem Umbau. Die alte Version wird nicht mehr weiterentwickelt, neue Funktionen gibt es nur noch in der Cloud und irgendwann läuft auch der Support für die bestehende Installation aus. Der Weg führt damit faktisch nur noch in eine Richtung.
ERP, Datenintegration und KI, alles beim gleichen Anbieter
Bei den grossen Cloud-Ökosystemen gehört zum ERP inzwischen meist mehr dazu. Die Datenintegration läuft über die plattformeigene Lösung, die KI-Anbindung über den plattformeigenen Assistenten. Jede einzelne Entscheidung dabei ist nachvollziehbar: die Komponenten spielen gut zusammen, die Integration ist nahtlos, der Vertragspartner bleibt derselbe.
Das eigentliche Problem zeigt sich allerdings erst mit etwas Abstand. Wer ERP, Datenintegration und KI-Zugang bei einem einzigen Anbieter bündelt, hat damit auch alle drei Ebenen an einen einzigen Fahrplan gebunden. Will das Unternehmen die Datenintegration später anders lösen, oder bei der KI auf ein anderes Modell wechseln, etwa weil es leistungsfähiger oder günstiger ist, steht die gesamte Architektur dagegen. Die einzelnen Bausteine sind gar nicht dafür gebaut, unabhängig voneinander ausgetauscht zu werden.
Was als praktische Komplettlösung beginnt, wird so zu einer Abhängigkeit, die sich nur schwer wieder auflösen lässt. Das trifft jede Firma, die ihre digitale Infrastruktur an ein einziges Ökosystem hängt, ganz unabhängig davon, wo der Anbieter sitzt, und unabhängig davon, ob der Auslöser eine Behörde, eine strategische Entscheidung des Anbieters oder eine massive Preiserhöhung ist.
Eine Frage für den Verwaltungsrat
Diese Abhängigkeit ist keine Frage, die man der IT-Abteilung allein überlassen sollte. Sie betrifft, wie handlungsfähig ein Unternehmen in fünf oder zehn Jahren noch ist, wenn sich Konditionen, Roadmap oder technologische Prioritäten eines einzelnen Anbieters ändern. Damit gehört sie auf den Tisch von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat, nicht nur auf den des CIO.
Datenintegration und KI unter eigener Kontrolle behalten
Was wir damit sagen wollen: Unternehmen sollten ihre Architektur so bauen, dass sie später noch wechseln, ergänzen und neu entscheiden können.
Bei Datalizard setzen wir dafür auf unsere Plattform. Sie bindet Datenquellen unabhängig vom jeweiligen ERP-System an und stellt über ihre MCP-Schnittstelle die Verbindung zu verschiedenen KI-Modellen her. So kann ein Unternehmen je nach fachlichen, regulatorischen oder strategischen Anforderungen mit Copilot, ChatGPT, Claude, Gemini oder einem selbst betriebenen Modell arbeiten und diese Wahl später neu treffen.
Gleichzeitig bleibt steuerbar, welche KI auf welche Daten zugreifen darf und welche Werkzeuge sie nutzen kann. Auch Berechtigungen, Geschäftsregeln und Prozesslogik bleiben ausserhalb des jeweiligen KI-Modells. Sie werden in einer kontrollierbaren Schicht verwaltet und müssen bei einem Modellwechsel nicht neu aufgebaut werden. Weder die Datenintegration noch der KI-Zugang hängen dann noch am Ökosystem, in dem das ERP läuft.
Ein Plan B besteht deshalb nicht einfach darin, vorsorglich einen zweiten Anbieter auszuwählen. Er beginnt bei einer Architektur, in der Daten, Geschäftslogik und KI-Modell nicht untrennbar miteinander verwoben sind.
Lizard Learning:
Bevor der nächste Cloud- oder KI-Entscheid fällt, lohnt sich eine einzige Frage: Können wir diesen Anbieter später wieder auswechseln, ohne unsere Datenintegration, Geschäftslogik und Berechtigungsstruktur neu aufbauen zu müssen?
Wenn die Antwort „Nein“ ist, liegt das Risiko bereits in der Architektur.
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