Firmengeschichte

Reden können viele. Wir liefern.

Zeit zurückzublicken. Zeit für die Firmengeschichte.

Seit 25 Jahren entwickeln wir Software, die im Hintergrund wirkt – und gerade deshalb so zuverlässig ist. Systeme, die nicht bei jedem Wandel neu gebaut werden müssen. Lösungen, die mitwachsen können, weil sie klar strukturiert sind.

Wie diese Idee entstanden ist, was sie geprägt hat und warum sie heute noch trägt – darüber haben wir mit Philipp Künsch, dem Gründer von Datalizard, gesprochen. Ein Gespräch über die Anfänge, über Entscheidungen – und darüber, wie aus einer Idee eine Plattform wurde, die bis heute Bestand hat.

25 Jahre Datalizard – Wie alles begann

Ein Gespräch mit Philipp Künsch, Gründer von Datalizard

Philipp, wie kam es zur Gründung von Datalizard?

In den frühen 2000er-Jahren war ich in der Beratung tätig. Wir haben viel entwickelt – aber immer wieder neu. Das hat mich gestört. Ich wollte etwas schaffen, das bleibt: eine Plattform, die Technik und Fachlogik trennt, wiederverwendbar ist und unseren Kunden ermöglicht, auf Bestehendem aufzubauen, statt bei jedem Projekt neu zu beginnen.

Und wie ging es dann weiter?

Ich habe die Idee einer Grossbank vorgestellt – ohne fertiges Produkt, nur mit Skizzen und Überzeugung. Sie haben Ja gesagt. Und dann musste ich liefern. Das war der erste echte Härtetest.

Es ging darum, etwas zu bauen, das nicht nur funktioniert, sondern auch den steigenden Anforderungen an Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit gerecht wird – Anforderungen, die ab 2002 mit dem Sarbanes-Oxley Act in den USA gesetzlich verankert wurden. Der Hintergrund waren grosse Bilanzskandale, unter anderem bei Enron oder WorldCom. Der neue gesetzliche Rahmen forderte mehr Transparenz, Dokumentation und Prüfbarkeit in IT-gestützten Geschäftsprozessen. Auch für internationale Unternehmen und ihre Softwarelieferanten.

Ich wollte zeigen, dass man Anwendungen bauen kann, in welchen die fachliche Logik von der Technologie getrennt ist. So bleibt die Investition in die Fachlösung langfristig geschützt, auch wenn sich die technologische Basis weiterentwickelt. Unsere Aufgabe war es, diese technologische Erneuerung kontinuierlich sicherzustellen, ohne dass unsere Kunden an Klarheit oder Kontrolle verlieren. Das alles auf einen Nenner zu bringen, war eine grosse Herausforderung, aber auch eine grosse Chance.

Und dann kam der Lizard ins Spiel?

Ja, tatsächlich! Wobei die Idee eigentlich nicht von mir, sondern von meiner Frau kam. Beim Brainstorming – nach dem zweiten Glas Margharita beim lokalen Mexikaner – meinte sie plötzlich: «Du bist doch wie ein Lizard – flink, anpassungsfähig, und immer einen Schritt voraus.» Ich musste lachen, aber sie hatte recht.

Der Lizard ist schnell, wendig, flexibel, passt sich der Umgebung an. Wenn nötig, sogar «under cover». Im Ernstfall hat er ein eingebautes «Fallback Szenario»: Bei drohender Gefahr, wirft er seinen Schwanz ab, rettet sich – und wächst einfach weiter.

Diese Fähigkeit hat uns sofort fasziniert. Denn genau das wollten wir mit unserer Plattform ermöglichen: mit Veränderungen umgehen können, neu anfangen, sich weiterentwickeln – ohne den Blick aufs Ganze zu verlieren. Und wenn mal etwas nicht wie geplant funktioniert, dann braucht es nicht gleich einen kompletten Neubau, sondern einen durchdachten Workaround.

Wie hat dein Umfeld auf die Idee reagiert?

Meine Frau Susanne ist zum Glück eine Optimistin. Sie hat mich in der Idee bestärkt, weil sie an mich glaubte. Trotz kurz bevorstehender Geburt unseres ersten Kindes! Sie ist heute Verwaltungsrätin und Mitaktionärin. Ohne ihren Rückhalt hätte ich diesen Weg wohl nicht gehen können.

Was waren die grössten Herausforderungen in den ersten Jahren?

Das Vertrauen der Kunden zu gewinnen – und ehrlich gesagt ist das bis heute eine unserer grössten Herausforderungen. Als kleinere Firma hat man es schwer gegen grosse Namen, obwohl wir nun bereits seit 25 Jahren stabile und langlebige Lösungen liefern. Wir haben keine riesige Vertriebsmaschinerie, dafür viel Know-how und Substanz. Unsere Devise war von Anfang an: Qualität vor Lautstärke. Jede Lösung muss langlebig, sicher und erweiterbar sein.

Heute hört man oft, Datalizard sei ein Hidden Champion – warum ist die Firma heute nicht grösser?

Weil ich mein Herzblut lieber in spannende Projekte gesteckt habe als ins Marketing. Mir war immer wichtiger, technologisch führend zu bleiben. Deshalb haben wir konsequent in die Weiterentwicklung investiert – und nicht in Vertrieb oder Sichtbarkeit.

Mit Tomasz Bielec hatte ich von Anfang an einen CTO an meiner Seite, der diese Haltung teilt – sozusagen unser technisches Gewissen. Und mit unserem Team in Polen konnten wir unsere Entwicklungskapazität gezielt ausbauen.

Digitalisierung war damals noch ein Fremdwort. Unser Ansatz – Fachlogik entkoppeln, Prozesse modellierbar machen – war neu. Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten. Heute sind Low-Code, No-Code und integrative Plattformen breit anerkannt. In gewisser Weise hat sich unser Weg bestätigt, auch wenn er länger war.

Portraitbild von Philipp Künsch

Philipp Künsch

Geschäftsführer

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Datalizard AG
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